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Prag - Die goldene Stadt (Reisebericht) Drucken E-Mail
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Geschrieben von Markus Hoh   
Mittwoch, 22 Februar 2006

KarlsbrückeDie Hauptstadt der Tschechischen Republik zählt zu den schönsten Städten Europas. Wahrscheinlich trägt die 1,2 Mio Einwohner Metrople an der Moldau auch deshalb den Beinamen Goldenes Prag. Den Besucher erwartet eine fülle historischer Gebäude, ein quirliges Nachtleben, böhmische Küche und Bierspezialitäten zu humanen Preisen.

Wir sind 5 Jungs und haben uns für ein verlängertes Wochenende Prag als Reiseziel ausgesucht. Die Anreise erfolgt über Marktredwitz nach Eger (Cheb) weiter nach Prag mit dem Zug. In Prag angekommen, wollen wir uns erst mal orientieren, wie wir am einfachsten eine Übernachtungsmöglichkeit organisieren. Wir haben wohl recht hilflos ausgesehen mit unseren Rucksäcken, denn bereits nach kurzer Zeit werden wir von einem Mann angesprochen, ob wir eine Wohnung suchen. Zwei Minuten später sitzen wir auch schon in seinem Ford Granada und sind auf dem Weg zu unserm Feriendomizil. Ein bisschen mulmig ist uns jetzt doch. Wo fährt der uns hin? Wir landen in einem Wohngebiet, zwei Straßenbahnstationen von der Innenstadt entfernt. Im Treppenhaus kommt uns der Eigentümer der Wohnung entgegen, der nun fluchtartig seine Behausung für uns verlassen musste. Viele Prager verdienen sich so an den Wochenenden und in der Ferienzeit ein paar Kronen dazu.

Sehenswürdigkeiten hat Prag ohne Ende. Wir beschränken uns auf die Highlights, wie den Wenzelsplatz, das Zentrum der Stadt und gleichzeitig Hauptgeschäftsstrasse. Rund um den Wenzelsplatz drängen sich große Kaufhäuser, viele Einzelhandelsgeschäfte, Cafès, Restaurants, Hotels, Bars und Diskotheken. Wir setzen uns erst mal in ein Straßencafe, essen uns durch die Speisekarte und beobachten das turbulente Treiben um uns herum.

Über der Stadt thront die über 1000 Jahre alte Prager Burg (Hradschin). Die Prager Burg ist das größte zusammenhängende Burgareal der Welt und beinhaltet drei Burghöfe, den St. Veits Dom, die St. Georgs Basilika, Kapellen, Türme und Bürgerhäuser. Als wir dort sind scheint es aber dennoch zu klein für die vielen Besucher. Wir verlassen die Burg und laufen das goldene Gässchen (Zlata ulicka) hinab. In dem engen Gässchen steht ein Souvenirladen neben dem anderen. Ganz nett anzusehen, aber viel zu viel Nepp und zu viele Touristen. Früher sollen hier die Alchimisten versucht haben künstliches Gold zu erzeugen. Daher der Name. Franz Kafka lebte hier einige Jahre.

Jeder Tourist muss auch einmal über die Karlsbrücke gegangen sein. Die Karlsbrücke ist eine der ältesten Steinbrücken Europas und war über 400 Jahre die einzige Verbindung zwischen Altstadt und Kleinseite. Da wir pflichtbewusste Touristen sind, besuchen wir die Karlsbrücke gleich zweimal. Einmal tagsüber und einmal abends. Am Tag hat man einen herrlichen Ausblick auf Fluss und Stadt. Abends tummeln sich viele junge Leute, Gaukler, Kleinkünstler und Musikanten auf der beleuchteten Brücke. Begeistert hat uns ein Künstler, der mit unterschiedlich gefüllten Wassergläsern Töne erzeugt und damit richtige Lieder spielen konnte.

Kultur ist zwar ganz nett, aber wichtiger war uns Essen, Trinken und Feiern. Trinken heißt vor allem Pivo. Und die tschechischen Biere sind wahrlich keine schlechten. Das Bierbrauen hat lange Tradition. Bekannteste, wenn auch kleinste Brauerei Prags ist das U Fleku. Die Brauerei stammt bereits aus dem Mittelalter. Es gibt mehrere Räume mit altertümlich, gemütlicher Atmosphäre, einen großen Biergarten und Blasmusik. U Fleku ist Pflichtprogramm für Reisegruppen und meist voll von Touristen. Aber die Stimmung, Essen und Bier sind prima und werden von Glas zu Glas noch besser. Irgendwann verlieren wir den Überblick über Bier, Becherovka und Slivovice. Am Ende eines gelungen Abends, wundern wir uns über eine deftige Rechnung.

Die Böhmische Küche ist deftig und reichhaltig. Uns haben es vor allem die Knedlik (Knödel) mit Gulasch oder unterschiedlichen Braten und die Palacinka (Pfannkuchen) angetan. Zu empfehlen ist der Thomaskeller in der Letenska 12. Die alte Klosterbrauerei im Kellergewölbe war einst berühmt für ihr eigenes Bier. Wer es gern scharf mag, als Vorspeise unbedingt den Teufelstoast probieren.

Ein Erlebnis ist auch der Besuch eines Kaffeehauses. Wir waren zum Frühstück im Cafe Slavia (Narodni trida1, Straßenbahnhaltestelle Narodni divadlo). Seit über 100 Jahren treffen sich hier Künstler, Poeten und Studenten. Früher hatte Prag eine ausgeprägte Kaffeehauskultur. Die Ober mussten sich zweimal täglich rasieren. Diesen Geist spürt man auch heute noch im Cafe Slavia.

Rein zufällig kamen wir auch an der Wirtschaft „Zum Kelch“ vorbei, wo sich der brave Soldat Josef Svejk (Schwejk) nach dem Krieg um 6 Uhr mit seinem Kameraden verabredet hatte. Vor diesem Hintergrund verbrachten wir eine besinnliche Stunde bei Bier und Zigarren im Gedenken an Josef Svejk in der kleinen Bierwirtschaft. Auch gibt es ein böhmisches Restaurant U Svejk (Ujezd 22). Hier gibt es wirklich gute böhmische Küche zu moderaten Preisen. Im Sommer auch im Biergarten. Den Namen hat das Restaurant aufgrund der Tatsache, dass Schwejk-Autor Hacek hier mal gewohnt hat.

Discos und Bars gibt es einige um den Wenzelsplatz herum. Leider kann ich mich an keine Namen mehr erinnern und auch keine Empfehlung abgeben. War eben immer erst zur späten Stunde, als die Wahrnehmung schon etwas getrübt war.

Meine Fotoshow finden Sie hier.  

Letzte Aktualisierung ( Samstag, 25 Februar 2006 )
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