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Folgender Bericht stammt ursprünglich von der Homepage von Juergen Schuhmair, der uns freundlicher Weise diesen Artikel erlaubt hat zu kopieren. Danke Juergen. Lanzarote wurde 1987 von der Welt Tourismus Organisation zu einer der sechs weltweit zu erhaltenden Landschaften erklärt und 1994 von der UNESCO zum Biosphären Reservat ernannt. Die Älteste der Kanarischen Inseln entstand vor etwa 16 – 20 Millionen Jahren. Sie liegt etwas mehr als 100 km von der westafrikanischen Küste entfernt, auf dem gleichen Breitengrad wie die Sahara, Florida, und Dehli in Indien. Lanzarote bedeckt ca. 800 km² (inklusive der kleinen bewohnten Insel La Graciosa und der unbewohnten Inseln Alegranza, Montaña Clara, Roque del Este y Oeste) und mißt von Nord nach Süd 62 km und an seiner breitesten Stelle nur 21 km.
Lanzarote besteht aus sieben Gemeinden: Arrecife (die Hauptstadt), Teguise, Haría, San Bartolomé, Tías, Tinajo und Yaiza. Sie alle zusammen haben fast 90.000 Einwohner, die aber hauptsächlich (35.000) in der Insel-Hauptstadt wohnen. Die Insel verdankt seinen Namen dem Genueser Seemann Lancelotto Malocello, der 1312 auf Lanzarote gelandet war. Damit ebnete er den Weg für Expeditionen nachfolgender französischer, britischer und spanischer Seeleute und Händler. Philosophen, Dichter und Historiker bezeichneten die Kanarischen Inseln als "die Inseln der Glücklichen" (Islas Afortunadas). Woher die Kanarischen Inseln ihre heutigen Bezeichnung haben ist unbekannt. Entdecker der Inseln fanden hier hochbeinige Hunde (Canis Lat.) vor, von denen möglicherweise der Name "Canaria" stammt. Lanzarote ist die wohl eigenwilligste der Kanarischen Inseln, fremdartig, bizarr, vegleichbar mit einer Mondlandschaft. Keine Grünflächen, kaum Bäume, viel schwarze und rotbraune Lavamasse, Felder mit unzähligen, scharfkantigen Lavabrocken. In dieser Landschaft gibt es nur wenige Orte, an denen sich der Mensch Lebensräume und Wohnorte geschaffen hat und die Natur in ständiger und harter Arbeit kultiviert. Aufgrund der Lage von Lanzarote im Atlantik wird das Klima der Kanarischen Inseln (auch Inseln des ewigen Frühlings genannt) beherrscht durch den regelmäßigen Nordost-Passat und dem warmen Kanarenstrom. Beide Komponenten sorgen mit ihrer ausgleichenden Wirkung das ganze Jahr über für frühlingshafte Temperaturen und sehr angenehmes Klima. Auf Lanzarote herrscht das ganze Jahr über eine Durchschnittstemperatur von 20 Grad Celsius. Neben der Möglichkeit abseits allen Trubels ein Haus im Landesinneren zu mieten, gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Unterkunft in den drei großen Urlaubsgebieten "Costa Teguise", "Playa Blanca" und "Puerto del Carmen". Hierbei ist zu bemerken, dass große Hotelkomplexe und Bettenburgen auf Lanzarote praktisch nicht vorkommen, da die Bebauungspolitik hier sehr restriktiv gehandhabt wird und solche monströsen Bauten von vornherein untersagt. Während "Playa Blanca" und "Costa Teguise" sich dem Tourie eher etwas beschaulicher präsentieren (und mir auch am besten gefallen haben, vor allem Playa Blanca) hält "Puerto del Carmen" alles bereit um dem Ibiza-verwöhnten Ballermann-Touristen den Urlaub zu versüßen - Bars, Discos, Menschenmassen ohne Ende - mich hat es bei der Durchfahrt nur geschaudert - aber alles Geschmackssache :-) Playa Blanca - Das früher abgelegene und verschlafene kleine Fischerdorf am Südzipfel Lanzarotes mausert sich zum attraktiven Urlaubsort. Östlich des Ortes fährt man kilometerweit durch ein Straßenlabyrinth ohne Häuser. Trotz des offiziellen Baustopps ist eine rege Bautätigkeit zu beobachten. Besonders intensiv ist sie in der Nähe des Leuchtturms und rund um den Montaña Rojo. Hier entstehen viele neue Apartmentlagen. Für die Urlaubs-Gäste ist die neue Strandpromenade das Herz des Ortes. Cafés und Restaurants reihen sich aneinander. Hier kann man stundenlang gemütlich in der Sonne oder im Schatten sitzen und den Blick aufs Meer und zur 15 km entfernten Insel Fuerteventura genießen. Vom Hafen aus verkehren mehrmals am Tag Fähren nach Fuerteventura. Die Fahrdauer beträgt rund eine halbe Stunde. Der Playa Dorada an der Uferpromenade ist der schönste Sandstrand von Playa Blanca, hier ist es blitzsauber und die Bucht günstig nah am Ortszentrum gelegen. Dieser Strand wurde teilweise künstlich angelegt. Es gibt auch einen kleinen Strand direkt im Ort entlang der Uferpromanade zwischen Restaurants und Shops. Salinas de Janubio - Die größte Saline der Insel liegt im Süden, nördlich von Playa Blanca. Noch vor wenigen Jahren wurden hier rund 10.000 Tonnen Salz pro Jahr aus Meerwasser gewonnen. Ein Großteil ging an die Fischindustrie in Arrecife; man konnte das Meersalz aber auch in großen Säcken kaufen. Inzwischen sind die unter Denkmalschutz stehenden Salinen leider so gut wie stillgelegt. Den besten Blick hat man von einer kleinen Parkmöglichkeit an der alten Zufahrtsstraße nach Playa Blanca aus. Die vielen kleinen Becken zur Verdunstung des Meerwassers und noch einige Bauten oder mehr oder weniger Ruinen sind noch deutlich zu sehen. Am langen schwarzen Strand vor den Salinen (Playa de Janubio) kann man noch sehr viele Olivinsteine in den Felsbrocken finden. Weiß schäumend bricht sich hier das Meer und man atmet kristallklare Meeresluft! "El Golfo" ist der Name eines Kraters, der heute nur noch die Hälfte seiner ursprünglichen Größe mißt. Mit seiner, vom Grundwasser des Meeres gespeisten grünen Lagune (Lago Verde), deren Färbung durch Algen erzeugt wird, und im verblüffendem Kontrast zum schwarzen Strand steht. Der salzhaltige halbmondförmige See wird durch einsickerndes Meerwasser vor dem Austrocknen bewahrt. Vor dem blauschwarzen sehr feinen Sandstrand stehen einige bizarre Feldklumpen, an denen abzulesen ist, wie sehr die schweren Wellen des Atlantiks, die gegen die Barrieren anrennen, im Laufe der Jahrhunderte, den Stein ausgewaschen haben. Bei Sturm- oder Springfluten wird das Gelände komplett überflutet. Los Hervideros - Auf dem Weg nach El Golfo, etwa auf halber Strecke zwischen den Salinen und der Lagune, findet man die Los Hervideros, ein an der Steilküste liegendes Höhlensystem mit beeindruckenden Wasserbewegungen. Ein Schauspiel sondergleichen! Man fühlt sich hier auf sehr eigentümliche Weise dem Meer besonders nahe. An keiner anderen Stelle der Insel, lässt einen das Getöse der Brandung die Kraft des Meeres so intensiv spüren. Die tobende Wellen haben im Laufe der Zeit dieses Stückchen Felsküste langsam unterhöhlt. Hier findet man mit etwas Glück noch die berühmten Halbedelsteine der Insel - die Olivin-Steine. Bei Vulkanausbrüchen wurde dieser Halbedelstein mit der Lava nach oben befördert. Der Name Hervideros heißt Kochlöcher und spielt auf die Spalten und Schlunde in den Felsen an, durch die das Wasser schäumend in die Höhle gepreßt wird. Teguise, bis 1852 die Hauptstadt von Lanzarote, ist eines der wichtigsten Kultur- und Touristenzentren der Insel geworden. Die Straßen von Teguise mit seinen Palästen, Klöstern und Plätzen bewahren dieses unverwechselbare Flair vergangener Jahrhunderte und erzählen Eintausendundeine Geschichten. Scharmützel zwischen Mauren und Christen und Plünderungsangriffe wilder Piraten sind unter anderem markante historische Ereignisse dieses wundervollen Ortes. Sonntags wird die gemütliche Stadt zu einem riesen Markt umgebaut und auf den Feldern rund um Teguise wachsen Autos wie einst Zwiebeln aus dem Boden. Die eigentliche Schönheit der Stadt geht bei dem Andrang unter. Castillo de Guanapay - Die Burg Santa Bárbara, heute ein Museum, überblickt auf der Spitze des 450 m hohen Vulkankegels Guanapay die alte Hauptstadt Teguise. Sie wurde im 15. Jahrhundert von Sancho de Herrera als Wachturm vor Piratenüberfällen beider Küstenstriche erbaut. Nach der Zerstörung durch Piraten im Jahr 1588 baute Leonardo Torriani, ein italienischer Ingenieur im Dienste König Felipe II, die Burg zu einer Festung aus, indem er Gucklöcher, Panzertürme, Schießscharten und einen Burggraben hinzufügte.
Haria ist ein kleiner, wirklich noch verschlafener Ort im Norden von Lanzarote. Wenn man über die Pass-Strasse auf den Bergen fährt, kommt man über schmale Serpentinen mit wirklich abenteuerlichen Kurven und Felsdurchbrüchen hinunter in das "Tal der tausend Palmen" - nach Haria. Die Aussage mit den 1000 Palmen sollte man nicht zu wörtlich nehmen, eine Geschichte sagt aus, dass für jedes Mädchen welches geboren wurde, eine neue Palme wuchs. Haria liegt eingebettet zwischen den Bergen des Nordens von Lanzarote. Im Ort selbst gibt es nicht viel zu sehen, ausser ein paar kleinen verträumten Restaurants und Tapas-Bars und engen, verschachtelten Strassen. Hier ist kein Tourismus zu finden und auch kein grossartiges Leben: ein Dorf, das noch ziemlich verträumt und unberührt abseits des Trubels liegt - dafür umgeben und durchwachsen von vielen hohen Palmen. In Haria liegt auch César Manrique begraben.
Am nördlichsten Punkt der Insel befindet sich der Aussichtspunkt "Mirador del Rio", ein ebenfalls von César Manrique angelegtes Bauwerk. Auf eine bestehende Klippe gebaut und ringsum mit Fels wieder versiegelt, scheint es, das Bauwerk wäre direkt in den Fels gehauen. Innendrin im Erdgeschoß ein großer Aussichtsraum, dessen eine Front komplett aus Glas ist und auch ein Café beherbergt und im Obergeschoß ein Souveniergeschäft. Die Inneneinrichtung ist im typischem Stile César Manriques gehalten, mit weiß getünchten Wänden, sanften, runden Übergängen zwischen Boden, Wänden und Decken. Nach außen hin sind sehr schöne Plattformen angelegt, von denen man einen wunderbaren Blick auf die Steilküste und die benachbarte Insel "La Graciosa" hat. Dieser Blick ist zweifellos einer der schönsten, den man auf den Kanaren erleben kann. Jameos del Agua - Die größte vor rund 3000 Jahren entstandene Lavagrotte Lanzarotes (eine der Hauptattraktionen) liegt zwischen Haria und Teguise und ist täglich geöffnet. Sie wurde 1968 von César Manrique gestaltet, nachdem sie bis dahin als Müllkippe genutzt wurde. Man sollte Ruhe, Ausgeglichenheit und Muße mitbringen um die einmalige Atmosphäre im Inneren des Tunnels zu spüren. Beim Abstieg in die Grotte über eine enge, holprige Treppe mit Lavastufen setzen große Farne, Gummibäume und Kakteen grüne Akzente. Zwitschernde Vögel nisten überall im Gewölbe. Als erstes trifft man auf das Restaurant wo man wie auf einer Terrasse sitzt und den geheimnisvoll dunkel schimmernden Höhlensee betrachten kann. Ein Loch in der Decke über dem See lässt Sonnenstrahlen in das Halbdunkel fallen. Ein genauer Blick auf den See lohnt sich. Hunderte von kleinen weißen nur circa 3 cm großen Krebsen leben hier im Dämmerlicht. Dieser "Langostino Blanco" ist für Biologen besonders interessant. Es sind extrem lichtempfindliche und fast blinde Albinokrebse, die normalerweise nur in Wassertiefen von mehr als 1000 Metern leben und sich jetzt an die Lebensbedingungen in dieser Höhle angepaßt haben. Sie ernähren sich vom Algenwuchs. Bitte beachten Sie die Hinweisschilder und werfen Sie keine Münzen in den See. Die Metallkorrosion hat vor einigen Jahren fast zum Aussterben dieser seltenen Tierart geführt! Auf einem schmalen Pfad (an dieser schönen Stelle herrscht oft starkes Gedränge) läuft man zur anderen Tunnelöffnung mit einer Tanzfläche (hier finden auch Abendveranstaltungen statt) und Sitzgelegenheiten. Lassen Sie die Stimmung von Tunnel und See auf sich wirken! Über Stufen kommt man wieder an das Tageslicht und steht mitten in einer tropischen Pflanzenwelt. Ein elegant geschwungener, schneeweißer Pool mit türkisfarbenem Wasser setzt Akzente und die weiß gekalkten Wege und Stufen wirken wie frischer Schnee. Am hinteren Ende des Pools liegt der Eingang zum berühmten Konzertsaal, der rund 700 Personen Platz bietet. Über eine Wendeltreppe kann man zur Galerie und zu einer Bar hinaufsteigen, die zum Verweilen einlädt. Hier sind auch Ausstellungen untergebracht und in der Casa de los Volcanes kann man die Beobachtungsstation zur vulkanischen Tätigkeit besichtigen. El Jable - Dieser Landstrich im Norden der Insel zwischen La Caleta de Famara, Guatiza und dem Timanfaya-Nationalpark erstreckt sich 5 bis 8 km weit ins Inselinnere. Er bekam seinen Namen vom französischen Wort "sable" (Sand). Der angewehte Sand besteht aus Muscheln und Kalkgranulat, ist also nicht vom Meer herübergeweht worden. Dieser Sand hat die Eigenschaft, die Verdunstung des Wassers zu verlangsamen und erfordert daher nur die halbe Feuchtigkeit um Melonen, Kürbisse, Tomaten und Kartoffeln anbauen zu können. Der Anbau erscheint etwas seltsam: Man bohrt Löcher in den Sand, füllt sie mit Dünger und Samen und bedeckt diese wieder mit Sand. Zum Schutz gegen Verwehungen legen die Bauern teilweise hohe Strohballen an den Rand der Äcker.
Jardin de Cactus - In einem früheren Steinbruch am Ortsrand von Guatiza angelegter Kakteengarten. Die von César Manrique angeregte und mit Lavasteinen ummauerte Anlage wurde erst 1989 eröffnet (es war das letzte touristische Werk César Manriques) und beeindruckt durch Form und Artenvielfalt von Kakteenarten aus aller Welt. Auf rund 5000 Quadratmetern finden sich circa 10.000 Pflanzen aus mehr als 1.400 Arten. Eine alte Gofiomühle am Rande des Parks (oberhalb des Restaurants) kann besichtigt werden. Vom Balkon der Mühle aus hat man einen schönen Rundblick. Weitere Interessante Berichte und Fotoshows findet Ihr auf Juergens Hompage www.js-net.de.
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