Menu Content/Inhalt
Home arrow Polen arrow Krakau arrow Zugfahrt nach Krakau (Reisebericht)

Newsletter






Zugfahrt nach Krakau (Reisebericht) Drucken E-Mail
Benutzer Bewertung: / 0
SchlechtSehr Gut 
Geschrieben von haderluuner   
Sonntag, 05 März 2006
Polnischer Zug bei NachtJedes Jahr nehmen meine Freunde und ich eine kurze Auszeit für fünf Tage von Freundinnen, Frauen und Familie. Wir sind fünf Freunde und machen diese Kurztrips nun mittlerweile schon seit 19 Jahren. Bei unserer allerersten Fahrt haben wir beim Lagerfeuer beschlossen, das Ganze vertraglich festzulegen. Egal in welcher Situation, egal wo einen das Leben hinführt, einmal im Jahr ist diese Fahrt ein Muss und dient der Erhaltung der Freundschaft.

Wir unternehmen meist Touren, die wir normalerweise mit Familie nicht durchführen könnten und so kam die Idee auf, mit den Zug auf Krakau zureisen. Anfangs waren wir sehr skeptisch, mit dem Bummelzug auf Krakau. Polen, dort wo alles geklaut wird, was nicht angebunden ist? Doch wir beschlossen die Reise ohne großartige Planung anzutreten.

Unsere Damen fuhren uns zum Bahnhof in Hof/Saale, von dort aus konnten wir zu Kosten von 140 Euro (Hin- und Rückfahrt) mit dem Zug bis auf Krakau fahren. Zuerst ging es nur ein kurzes Stück auf den Schienen und wir waren gezwungen in einen Bus umsteigen, aufgrund irgendwelcher Renovierungsarbeiten der Bahnstrecken. Mit diesem Bus ging es bis auf Dresden. Ab Dresden stiegen wir dann in einen polnischen Zug ein und konnten, ohne weitere Umstiege, bis auf Krakau durchfahren.

Zugfahrt nach KrakauAllerdings verlief die Zugfahrt nicht ganz so, wie wir es gehofft hatten. Der Zug fuhr über Nacht und hielt an fast jeden Bahnhof. Aber eine Gruppe Männer unter sich, kann sich die Zeit mit dummen Sprüchen, Erinnerungen an vergangene Reisen und einer Menge Bier vertreiben. Etwas später, leicht angetrunken suchten wir uns leere Zugabteile und legten uns schlafen. Cirka zwei Stunden später wurde ich von einer polnisch sprechenden Frau geweckt, die mich aufgeregt aufzerrte. Erstaunt, weckte ich erstmal meinen Freund, der auf der anderen Bank im selben Abteil lag. Wir gingen dann zu den anderen und mussten feststellen, dass einer unserer Freunde noch auf dem Bauch schlafend auf einer Bank lag. Seine Hosentasche war mit einem Messer aufgeschnitten und seine Geldbörse lag auf dem Boden.
Wir weckten ihn und kontrollierten alle erstmal unsere Sachen. Aufschnaufend konnten wir feststellen, dass nur einer von uns Opfer von Dieben war. In der bestohlenen Geldbörse waren noch Personalausweis und auch noch alle Kreditkarten vorhanden. Sogar die privaten Familienfotos waren noch da. Nur das Geld und ein uraltes Kondom aus jugendlichen Zeiten wurden entwendet.

Wir wanden uns an die Zugbegleiterin. Diese hatte aber kein Interesse an unseren Problemen. Also durchkämmten wir den Zug und wurden auch fündig. Am Ende des Zuges waren die offensichtlichen Diebe. 6 gestandene Männer und alle nicht sehr freundlich aussehend. Wir waren zwar auch fünf Männer, doch sicherlich nicht so skrupellos wie diese Diebesbande. Während wir noch am Überlegen waren ob und wie wir handeln, fuhr der Zug auf einmal etwas langsamer und die Diebsbande verließ springend den Zug. Als die gesamte Bande den Zug verlassen hatte, beschleunigte auch der Zug sofort wieder.

Polnische Sparmaßnahmen unterm HammerMittlerweile ist uns alles klar, die grinsende Zugbegleiterin und der langsam fahrende Zug, war alles ein gut abgesprochener Deal zwischen allen Beteiligten. Der Grund warum nur Bargeld entwendet wurde ist nun auch klar, wer hat schon Lust ein stundenlanges Protokoll bei der polnischen Polizei in Kauf zu nehmen. Mit fehlenden Kreditkarten und Ausweisen wären wir gezwungen gewesen. Aber nur wegen Bargeld?

Wir haben die Sache auch auf sich beruhen lassen und munterten uns mit der Vorstellung auf, dass vielleicht einer der Diebe aufgrund des uralten Kondoms ungewollt Vater werden wird.

Jedem sei angeraten, Wertsachen gut am Körper zu verstecken. Gelegenheit macht Diebe. Das gilt nicht nur für Polen. Wir beschlossen aus einer unserer kleinen Rucksäcke zu einen „Security-Bag“ umzufunktionieren. Alle Wertsachen haben wir in diesem Rucksack gesammelt aufhoben und ließen diesen nicht mehr aus den Augen. Auch wenn einige von uns, staunend Straßenkünstler beobachteten, war der „Security-Bag“-Träger angehalten ein besonderes Augenmerk auf die Tasche zu richten. So hatten wir während des gesamten Aufenthalts in Polen, keine weiteren Verluste zu melden.

Um es gleich vorweg zu nehmen, die Reise nach Krakau war, auch trotz dieses kleinen Vorfalls, eine sehr schöne und interessante Reise. Meine anderen Berichte und die Fotos werden es beweisen. Hier geht’s weiter in der Krakau-Reise.

Letzte Aktualisierung ( Samstag, 01 April 2006 )
< zurück   weiter >

Tipp


Werden Sie Reisejournalist oder Fotoscout von digitaler-reisefuehrer.de und teilen Sie unseren Besucher mit, wo es sich lohnt Urlaub zu machen. Unter allen Veröffentlichungen verlosen wir attraktive Preise.

weiter …

Login






Passwort vergessen?
Noch kein Benutzerkonto?
Registrieren