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Elba bietet für jeden etwas: Wilde Naturlandschaften wechseln mit harmonischen Ebenen, gebirgige Landstriche laden zum Wandern und Mountainbiken ein, Sandstrände zum Baden, Schnorcheln und Tauchen. Auch der an der Geschichte und Kultur Elbas Interessierte findet hier zahlreiche Spuren der Vergangenheit.
Wir haben uns vor Jahren für einen Campingurlaub auf Elba entschlossen und es nicht bereut. Die Insel hat einen eigenen, verzaubernden Charme. Wir haben die Anreise über Auto und Fähre gewählt. Die ersten Blicke auf die Insel lassen uns schon die Vielfalt und Schönheit vermuten. Noch auf dem Meer können wir die Insel bereits riechen. Es ist die mediterane Macchia, ein duftender Niederwald aus Lorbeer- und Erdbeerbäumen, Oregano und Salbei, Kamille, Ginster, Wacholder und Zistrosen. Ein Duft, der uns während der nächsten 2 Wochen begleiten wird.
Elba zählt ca. 3 Mio. Besucher jährlich. Geografisch gehört die Insel zur Toskana und bietet neben seinen üppigen Naturschönheiten eine bunte Palette an sonnen verwöhnten Stränden und versteckt liegenden von herrlich türkisblauem Meer umspülten kleinen Buchten sowie eine Vielzahl an interessanten Ausflugszielen. Für alle Sportarten wird etwas geboten.
Den ersten Vormittag verbringen wir mit Campingplatzsuche. Allgemein hatten alle Campingplätze, die wir gesehen haben einen guten Standard. Den schönsten fanden wir in Scalieri. Die gleichnamige Campinganlage ist in zum Meer hin abfallenden Terrassen angelegt und ist mit allem Komfort ausgestattet. Swimmingpool, Restaurant und Bar befinden sich auf der Panoramaterrasse. Die Zufahrt ist allerdings teilweise recht steil. Große Wohnmobile können nicht jeden Platz nehmen. Wir haben da allerdings keine Schwierigkeit, da wir mit dem Zelt unterwegs sind. Trotz Hauptsaison finden wir einen Platz mit atemberaubender Aussicht über die weiße Sandbucht und das hellblaue Meer des Golfs von Biodola.
Elba bietet eine Vielzahl von kleinen Buchten mit Sand-, Kies- oder Felsstränden, die teilweise nur zu Fuß über steile Pfade zu erreichen sind. Dafür wird man mit einem ungestörtem Badeerlebnis fernab vom touristischen „Massenbraten“ belohnt. Wir liegen auf einem großen flachen Felsen in „unserer kleinen Bucht“ und amüsieren uns über unsere Landsleute, die zur selben Zeit an den Stränden Riminis fein aufgereiht auf teuer bezahlten Liegen Ihre Bildzeitung lesen und dazu Pommes Frites futtern. Ein Sprung ins kristallklare Wasser bringt Abkühlung. Auch zum Schnorcheln eignet sich die kleine Bucht vorzüglich. Die kleinen Strände von Morcone, Pareti, Innamorata, Naregno und Madonna delle Grazie sind etwas bekannter und werden gerne von Touristen aufgesucht. Aber selbst in der Hauptsaison findet jeder noch ein ungestörtes Plätzchen.
Einen Ausflug nach Portoferraio sollte man unbedingt mit einplanen. Die Stadt liegt herrlich in einer halbkreisförmigen Bucht im Norden von Elba und ist gleichzeitig wichtigste Hafenstadt. Portoferraio wird von den beiden Festungen Forte Falcone und Forte Stella überragt. Sie wurden 1548 gebaut um die Bevölkerung vor Piratenüberfällen zu schützen. AltPortoferraio ist noch ganz von einer Stadtmauer umgeben. Das Doppeltor Porto al Mare führt in die Stadt. Innerhalb stehen die Häuser eng beisammen. Treppenstraßen ziehen sich bis zu den beiden Festungen mit Türmen und Toren hoch. Auf den Wehrgängen wurden auf einer Länge von 500 m Spazierwege errichtet. Überwältigend ist nicht nur die Festungsarchitektur, von diesen strategisch so wichtigen Punkten hat man auch den besten Blick auf Hafen, Stadt und Umland.
Immer wieder begegnen wir den Spuren Napoleons, der hier 1814/1815 kurze Zeit als Verbannter verbrachte. Er bezog die Villa dei Mulini, die zwischen beiden Festungen steht in Portoferraio. Wir besichtigen auch die einstige Sommerresidenz Napoleons, die Villa San Martino. Sie liegt einige Kilometer außerhalb von Portoferraio in einem wunderschönen Park mit Libanon-Zedern, Zypressen und Magnolienbäumen. Der kurze Aufenthalt Napoleons war und ist immer noch ein Segen für Elba. In der kurzen Zeit, in der er sich auf der Insel aufhielt, ist er überaus aktiv gewesen: Er ließ das Straßennetz erweitern, ein Aquädukt von Portoferraio nach Marciana Marina errichten, die sumpfige Lacona-Ebene entwässern, abgeholzte Hügel aufforsten und ein Krankenhaus erbauen. Er sorgte für die allgemeine Schulpflicht und erhöhte die Lebensqualität der Inselbewohner.
Wenn es nicht zu heiß ist, bietet Elba auch für Mountainbiker und Wanderer unvergessliche Touren im Landesinneren oder entlang der Küste. Wir waren mit dem Mountainbike vor allem in der Gegend von Biodola unterwegs. Unsere Touren haben wir individuell anhand einer Wanderkarte geplant. Wir erleben herrliche Ausblicke auf Buchten und Meer, finden Dörfer, die an Hängen „kleben“. Die Wege sind dicht bewachsen und es blüht rundum. Der gelbe Ginster, die rosafarbenen Zistrosen und weiße Myrten schmücken das Gestrüpp. Das ist die "Macchia", die sich hier ausbreitet. Ein herrlicher Duft liegt in der Luft. Wobei wir so manches Mal zum Umkehren gezwungen wurden, da eingezeichnete Wege in der Zwischenzeit zugewuchert waren. Es gibt aber auch ausgearbeitete Touren, die für jeden Schwierigkeitsgrad etwas bieten. Höchste Erhebung auf Elba ist der Monte Cappane mit 1019 m. Den Aufstieg bewältigen wir leicht mit der Kabinenbahn. Oben angekommen ist der Blick in die Weite sehr eindrucksvoll. Der Rundblick reicht über die ganze Insel, zum Festland, zu mehreren Nachbarinseln bis nach Korsika. Die Orte Poggio und Marciana liegen herrlich unter uns. Nur Sendetürme und Antennen hier oben stören das Bild.
Auch kulinarisch ist Elba ein Erlebnis. Als Verehrer der italienischen Küche fühlen wir uns hier wohl. Restaurants bieten als Spezialitäten vor allem Fisch, Meeresfrüchte und Wildschwein. Eigentlich ist die elbanische Küche einfach und bescheiden, denn ausgesprochenen Wohlstand hat es hier nie gegeben. Es gibt keine raffinierten Saucen und exotischen Gewürze. Aroma der Speisen sind lokaler Herkunft. Verwendung finden: Rosmarin, Bergminze, Fenchel, Wacholder, Pepperoni, Salbei, Lorbeer, Kapern, Zitrone werden im Garten oder in der nahen Macchia gesammelt werden. Das ist es auch, was wir von Elba mit nach Hause nehmen, die Erinnerung an den Duft der Macchia.
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