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Essen in einer Agriturismo (Tipp) Drucken E-Mail
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Geschrieben von Markus Hoh   
Donnerstag, 29 Juni 2006
 

Beim Essen in einer Agriturismo lernt man die typisch sardische Küche kennen. An den Hauptverkehrsstrassen findet man zahlreiche Hinweisschilder, die den Weg zu einer Agriturismo zeigen. Meist im Hinterland, nur über einen Schotterweg zu erreichen, sollte man sich nicht von der beschwerlichen Anfahrt entmutigen lassen. Alte Landhäuser, und Bauernhöfe wurden liebevoll restauriert und bieten Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurant und typisch sardische Spezialitäten wie Pecorino oder Olivenöl aus eigener Herstellung abseits des touristischen Treibens an.

Während unseres diesjährigen Sardinenurlaubes in San Giovanni, nahe Posada haben wir zwei Agritursimo zum Abendessen aufgesucht. Beide sind sehr zu empfehlen. 


Istdeddu dei Azienda
(An der SS 125 zwischen Siniscola und S. Lucia)
Azienda Agrituristica GUPARZA (Zwischen Budoni und Posada) 


agritourismo_guparzaDer erste Besuch war eher abenteuerlich, da wir nicht wussten was auf uns zukommt. Nach drei Kilometer Schotterpiste vorbei an Schafherden, Obst- und Weingärten kommen wir an ein bestens renoviertes Landgut. Wir sind die einzigen Deutschen und setzen uns an den uns zugewiesenen Tisch. Niemand spricht Deutsch oder Englisch, wir nur wenig Italienisch. Auf eine Speisekarte warten wir vergeblich. Stattdessen bekommen wir einen Liter Rotwein, einen Liter Wasser  und einen Brotkorb auf den Tisch gestellt. Der Wein war sehr gut und nicht vergleichbar mit dem  „Vino della Casa“, den man sonst im Restaurant serviert bekommt. Kurz darauf geht es dann mit drei Vorspeiseplatten los. Roher Schinken und Salami, gegrilltes Gemüse und eingelegtes, bzw. angemachtes Gemüse. Alles super lecker. Danach sind wir eigentlich schon satt. Als nächstes kommen drei Schalen mit gekochtem Schweinefleisch, Leber und irgend einer Innerei. Ich habe verstanden, dass es vom Schaf ist, für weitere Erklärungen reichte mein Italienisch leider nicht aus. Das Schweinefleisch war gut, Leber ist nicht so unser Fall und die Schafinnerei roch wie Schafstall und kostete uns einige Überwindung zum Probieren. Das reichte dann aber auch, allein der Geruch machte uns dass weitere Essen unmöglich. Weiter ging es dann mit einer Art Riesen-Gnocchi mit einer Tomaten-Sauce. Auch sehr gut, aber jetzt waren wir wirklich voll. Aber der Wirt kannte kein Erbarmen und brachte schon das nächste Nudelgericht. Mehr als Probieren war leider nicht mehr drin. Als Höhepunkt gab es anschließend noch Spanferkel mit Thymian-Kartoffeln. Jetzt haben wir uns fürchterlich über unsere vorangegangene Völlerei geärgert, denn dieses Spanferkel war das Beste, was ich bisher gegessen habe. Die Haut knusprig und das Fleisch butterweich mit feinem Kräutergeschmack. So voll unsere Bäuche waren, aber das konnten wir uns nicht entgehen lassen. Zum Abschluss gab es dann noch Ricotta-Gebäck und Aprikosen. Noch einen Mirto (Honigschnaps) zu Verdauung, den Espresso haben wir ausgelassen.

 

Bezahlt haben wir 30 Euro pro Person, was nicht zuviel für dieses Menu war. Ziemlich angeheitert, völlig fertig aber glücklich fahren wir nach Hause.

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 28 Juli 2006 )
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