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Paris im Schnelldurchlauf (Reisebericht) Drucken E-Mail
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Geschrieben von Markus Hoh   
Samstag, 04 März 2006

Paris im Schnelldurchlauf

Paris ist eine zu jeder Zeit und auf jede Weise abwechslungsreiche Stadt. Die Kultur- und Kunsthauptstadt Frankreichs besitzt jede Menge historische Bauten und Museen und hat bis heute ihren legendären Charme bewahrt. Das Gesicht der Stadt ändert sich beinahe mit jedem Straßenwechsel. Friedrich Hebbels sagte über Paris: „Man hat nirgends so viel auf einmal von der Welt beisammen wie in Paris“.

Viele male war ich schon in Paris. Meist geschäftlich, oder auf Messen. Aber so richtig was von der Stadt hatte ich bislang nicht gesehen. Diesmal habe ich einen Tag eingeplant um Paris wenigstens ein bisschen von seiner kulturellen und touristischen Seite kennen zu lernen.

Am Flughafen kaufe ich mir ein Paris-Visitè-Ticket für RER und Metro. Der Preis für 2 Tage mit € 26,65 ist angemessen, dafür kann ich im gesamten Stadtgebiet unbegrenzt fahren. Das Metro-Netz in Paris ist weit verzweigt und wird von den Parisern rege genutzt. Wer zum ersten mal in Paris ist, findet die Vielzahl an Linien erst verwirrend. In Hotels und Informationen liegen Metro-Pläne aus, welche die Orientierung erleichtern. Angeschrieben sind immer die Endstationen der Metro- und RER-Linien. Metro und RER sind zwei getrennte Bereiche in den Stationen. Zwischen den Bereichen wird das Ticket kontrolliert, bzw. entwertet. Einzelfahrscheine gelten entweder für Metro oder RER. Wer einmal bei Streik der Metro in Paris war, weiß, dass ohne Metro in Paris nichts mehr geht. Sie ist ein Spiegelbild der Gesellschaft, vom Bettler, Studenten, Bankangestellten bis zum Model findet sich alles in der Metro ein.

Ich beginne meine Tour am Arc de Triomphe (Triumphbogen), welcher ab 1806 im Auftrage Napoleons zum Ruhm der siegreichen französischen Armeen errichtet wurde. Seine Vollendung (1836) erlebte Napoleon allerdings nicht mehr. Von der Aussichtsplattform hat man einen schönen Ausblick über die Stadt. Umgeben wird der Arc de Triomphe vom Place de l’Etoile, einem stark frequentierten 5 od. 6 spurigen Kreisverkehr, dessen Überquerung unmöglich ist.paris_champselysees.jpg

 

Direkt am Place de l’Etoile beginnt die Champs Èlysèes. Ich schreite die "schönste Avenue der Welt" entlang in Richtung Louvre. Störend empfinde ich den starken Verkehr. Die Champs Èlysèes ist nicht nur eine Einkaufs- und Vergnügungsstraße, an welcher sich ein Luxusgeschäft ans andere reiht. Der untere Teil zur Place de la Concorde hin wird vielmehr von parkähnlichen Anlagen gesäumt, in denen sich Museen, Cafes, Theater und einige Restaurants befinden. Die eigentlichen Luxuseinkaufsmeilen mit Shops von Valentino, Dior usw. befinden sich jedoch in den beiden Seitenstraßen Anenue Montaigne und Avenue Marceau direkt neben der Champs Èlysèes. Die Haute couture ist mir doch einen Tick zu exquisit und vor allem zu teuer. Ich investiere mein Vermögen erst mal in einem Cafe für einen Cappuccino, EUR 4,50 ist auch ganz schön happig. Dafür erlebe ich aber echtes Pariser Flair! Ich sitze zwischen, Japanern und Deutschen, am Nebentisch wird italienisch gesprochen. Echte Pariser trinken ihren Cafe einige Seitenstraßen weiter, deutlich günstiger.

Ich hab genug von der teuersten Meile der Welt und wende mich über die Pont Alexandre III, dem Hòtel des Invalides und der Grabkirche Napoleons, dem Dòme des Invalides zu. Ganz in der Nähe am Quai Anatole France befindet sich das Assemblèe Nationale und das Musèe d’Orsay, das zur Weltausstellung im Jahr 1900 als Bahnhof errichtet wurde und heute nach dem Louvre das wohl bedeutendste Kunstmuseum von Paris ist. Es beherbergt Malereien und Skulpturen, überwiegend von französischen Impressionisten, darunter Meisterwerke von Courbet, Manet, Degas, Monet, Pissaro, Renoir, Cézanne, van Gogh, Seurat, Matisse und Gauguin.

Der als Höhepunkt der Pariser Weltausstellung von 1889 errichtete Tour Eiffel ist das Wahrzeichen von Paris und darf keinesfalls ausgelassen werden. Von der Spitze des 307 m hohen Turmes hat man einen herrlichen Rundumblick auf Paris. Auf dem Turm befinden sich auch ein Restaurant und auf verschiedenen Höhen 3 Aussichtsplattformen. Bis zur zweiten Plattform sind es 700 Stufen. Bequemer geht’s allerdings mit dem Aufzug, mit dem man alle 3 Plattformen erreicht.

Ein paar Metrostationen weiter dann Nortre Dame, erbaut zwischen 1163 und 1330 auf der Ile de la Citè inmitten der Seine. Auf der gleichen Insel befinden sich auch der Palais de Justice, die gotische Kapelle Sainte-Chapelle und die Conciergerie (ehemals königliche Residenz, später berüchtigtes Staatsgefängnis). Mein bisheriges Wissen über die gigantische Kathedrale Notre Dame bestand bislang aus dem Film „Der Glöckner von Norte Dame“. In Paris sind alle Kirchen frei zu besichtigen. In der Kirche ist es dann jedem frei gestellt, ob er eine Spende zur Erhaltung der Bauwerke leisten möchte. Also unbedingt rein, die Größe und Anmut des Kirchenschiffes ist überwältigend.

paris_sacre_coeur3.jpg

Es wird langsam Abend. Mein Hotel liegt unterhalb des Montmatre, unweit des Vergnügungsviertels von Paris um den Place Pigalle und Place de Clichy. Hier findet man auch das Moulin Rouge, unzählige billige Souvenir Shops, Nightclubs, Sexläden und Prostitution. Irgendwie hatte ich mir das alles etwas anders vorgestellt, hätte etwas mehr pariser Charme erwartet. Die Beste Zeit des Viertels lag zu Beginn des 20. Jahrhunderts und ist offensichtlich vorbei. Der Montmartre-Hügel thront mit seiner Höhe von 130 m über Paris. Seinen Namen hat er von lat. "mons martyrium" - Berg der Märtyrer. Der Legende nach wurde der heilige Dionysius (Saint Denis), erster christlicher Bischof von Paris, im 3. Jahrhundert zu Füßen des Hügels enthauptet, was ihn nicht daran gehindert haben soll, mit seinem Kopf unter der Arm bis zu der Stelle gelaufen zu sein, an der noch heute die Grabkirche der französischen Könige steht, nämlich im heutigen Saint Denis. Oben am Montmatre befindet sich Sacrè-Coer und strahlt einem weiß leuchtend entgegen. Von der Treppe am Vorplatz hat man einen super Blick über ganz Paris. Leider ist es an diesem Abend sehr trüb. An warmen Tagen soll hier ein beliebter Treffpunkt für Touristen und Pariser sein. Straßenmusikanten, Kleinkünstler und Maler sorgen für ein buntes Rahmenprogramm. Heute ist leider niemand hier. Kein Wunder, wir haben Ende Februar und Temperaturen nahe am Gefrierpunkt. – Schade.

Morgen ist wieder Business angesagt und abends geht das Flugzeug wieder Richtung Heimat. Ich habe einen Tag Paris im Schnelldurchlauf gehabt, jedoch nur einen Bruchteil mitnehmen können. Jedenfalls habe ich Lust auf mehr bekommen und mir vorgenommen im Frühling oder Sommer zurück zu kommen um Paris näher kennen und erleben zu können.

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 21 Juni 2006 )
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